Früher konntest du gut mit Stress umgehen. Und dann verändert sich plötzlich etwas. Du machst dir mehr Sorgen als sonst. Vor einem Meeting beginnt dein Herz zu rasen. Du wachst nachts auf, weil deine Gedanken nicht zur Ruhe kommen. Situationen, die dich früher kaum belastet haben, fühlen sich plötzlich überwältigend an.

Wenn dir das bekannt vorkommt, bist du nicht allein – und du bildest dir das nicht ein. Angst gehört zu den häufigsten Anzeichen der Perimenopause und Menopause. Bei manchen Frauen tritt sie sogar auf, bevor Hitzewallungen oder unregelmäßige Perioden beginnen.

Was passiert dabei eigentlich?

Angst während der Menopause ist nicht „nur Kopfsache“. Wenn der Östrogenspiegel schwankt, beeinflusst das die Botenstoffe im Gehirn, die Stimmung, Gefühle und Stressreaktionen regulieren. Dadurch können stärkere Sorgen, Nervosität, rasende Gedanken, panikähnliche Momente oder Schwierigkeiten auftreten, innerlich abzuschalten. Manche Frauen erleben diese Gefühle auf eine Weise, die ihnen völlig neu ist.

Warum können Hormone das auslösen?

Östrogen unterstützt die Regulation verschiedener Botenstoffe im Gehirn:

  • Serotonin: Wird häufig als Wohlfühl-Botenstoff bezeichnet und unterstützt Stimmung, Schlaf und emotionale Stabilität.
  • Dopamin: Steht mit Motivation, Belohnung und Freude in Verbindung.
  • GABA: Hilft, das Nervensystem zu beruhigen und Angst zu reduzieren.

Wenn die Hormonspiegel schwanken, können diese Systeme weniger stabil funktionieren. Dadurch reagierst du möglicherweise empfindlicher auf Stress und emotionale Auslöser.

Wie sich Angst während der Menopause äußern kann

  • Häufigere Sorgen
  • Ein anhaltendes Gefühl innerer Anspannung
  • Rasende Gedanken
  • Ruhelosigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Du fühlst dich von alltäglichen Dingen überfordert
  • Panikattacken
  • Höhere Stressanfälligkeit
  • Reizbarkeit
  • Schlafprobleme

Die Angst kann sich auch körperlich bemerkbar machen, etwa durch Herzklopfen, Muskelverspannungen, Verdauungsbeschwerden, Schwitzen oder Schwindel.

Warum ist die Angst nachts oft stärker?

Viele Frauen bemerken, dass ihre Angst am Abend oder in den frühen Morgenstunden zunimmt. Hormonelle Veränderungen, schlechter Schlaf, nächtliche Schweißausbrüche, steigendes Cortisol und weniger Ablenkungen während der Nacht können dabei zusammenwirken. Mit rasenden Gedanken um drei oder vier Uhr morgens aufzuwachen, ist während der Perimenopause eine häufige Erfahrung.

Welche Beschwerden treten häufig gleichzeitig auf?

Wechseljahresbeschwerden kommen selten allein. Neben Angst können Schlafstörungen, Müdigkeit, Brain Fog, Reizbarkeit, Hitzewallungen, eine geringere Libido und Stimmungsschwankungen auftreten. Weil sich diese Beschwerden gegenseitig beeinflussen können, hilft es oft, eine davon zu lindern, um gleich mehrere Bereiche zu verbessern.

Was helfen kann

  • Schlaf zur Priorität machen: Schlafmangel macht dein Nervensystem reaktionsfähiger. Deshalb kann eine Verbesserung des Schlafs besonders viel bewirken.
  • Regelmäßig bewegen: Bewegung kann die Stimmung verbessern, Stressreaktionen reduzieren und deine Widerstandskraft stärken.
  • Weniger Koffein konsumieren: Während der Perimenopause kann die Empfindlichkeit gegenüber Koffein zunehmen. Weniger Koffein kann Nervosität und Herzklopfen lindern.
  • Stressmanagement üben: Atemübungen, Achtsamkeit, Yoga oder Tagebuchschreiben können hilfreich sein.
  • Professionelle Unterstützung suchen: Wenn die Angst deine Lebensqualität beeinträchtigt, solltest du dir Hilfe holen.